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5-Minuten-Info:

Unsere Zukunft ist Erneuerbar!

Der Weiterbetrieb von Atomkraft und zusätzliche Kohlekraftwerke behindert das Wachstum der Erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien weisen eine enorme Wachstumsdynamik auf: Schon jetzt beträgt ihr Anteil an der Stromerzeugung 15 Prozent. Bis 2020 soll sich dieser nach den Plänen der Bundesregierung mindestens verdoppelt haben. 280.000 Arbeitsplätze sind bereits in der Branche entstanden. Doch jetzt ist Gefahr im Verzug: Der Bau neuer Kohlekraftwerke und die Aufkündigung des Atomausstiegs nach der Bundestagswahl drohen den weiteren Ausbau der Erneuerbaren zu blockieren.

Atomkraft schadet Erneuerbaren

Kohle und Atomkraft blockieren die Erneuerbaren

Sollten die im Atomausstiegsbeschluss definierten Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert und weitere Kohlekraftwerke gebaut werden, entsteht zunehmend ein Überangebot auf dem Strommarkt. Da Strom aus Erneuerbaren Energien durch die Einspeisegarantie im Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) Vorrang gegenüber Strom aus anderen Quellen besitzt, werden die Energiekonzerne immer häufiger auf ihrem Kohle- und Atomstrom sitzen bleiben – etwa bei hoher Sonneneinstrahlung und starkem Wind (mehr dazu beim Bundesumweltministerium).

Die Großkraftwerke werden damit für die Energiekonzerne unrentabler und weniger profitabel. Grund genug, den Ausbau der Erneuerbaren Energien noch mehr als derzeit schon zu blockieren. Zum einen dürften die Konzerne mit massivem politischen Druck versuchen, gesetzliche Regelungen, die den Ausbau der Erneuerbaren begünstigen, zu beschneiden – etwa den Einspeisevorrang gegenüber anderen Energiequellen und die kostendeckende Einspeisevergütung. In Großbritannien sägen E.ON und der französische Energiekonzern EDF bereits offen am Ziel der Regierung, den Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung bis 2020 auf 30 bis 35 Prozent zu erhöhen. Die Konzerne verlangen den Anteil bei 25 Prozent zu deckeln – ansonsten sei für sie der Bau neuer Atomkraftwerke nicht mehr wirtschaftlich (mehr dazu in der taz und bei der Deutschen Umwelthilfe).

Neue Kohlekraftwerke schaden den Erneuerbaren

Auch auf direktem Weg können die Unternehmen den Ausbau der Erneuerbaren blockieren – etwa beim Netzzugang und -ausbau. Eigene Investitionen etwa in Offshore-Windkraft würden gestrichen.

Atom- und Kohlekraftwerke sind unflexibel

„Wäre doch schön, wenn wir zusammenblieben“ titelt das Deutsche Atomforum auf einer kürzlich erschienen Werbepostkarte und meint damit: Atomkraft und Erneuerbare Energien vertragen sich prächtig. Doch die Beziehung ist alles andere als harmonisch. Weder Atom- noch Kohlekraftwerke können ihre Leistung flexibel an die schwankende Stromerzeugung aus Sonne und Wind bedarfsgerecht anpassen. Sie sind konstruiert, um mit voller Auslastung zu fahren und immer gleich viel Strom zu produzieren – egal ob der Wind weht und die Sonne scheint oder Windstille herrscht und der Himmel wolkenverhangen ist.

Auch der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen kommt in einem Thesenpapier zum Ergebnis, dass „aufgrund des Systemgegensatzes zwischen Kraftwerken, die technisch-ökonomisch auf Grundlast angelegt sind, und stark fluktuierenden regenerativen Energiequellen der geplante Neubau von erheblichen Kapazitäten von Kohlekraftwerken mit einer Übergangsstrategie auf eine vollständig regenerative Energieversorgung unvereinbar“ ist (Studie als pdf).

Atomkraft schadet Erneuerbaren

Intelligente Stromnetze für die Energie der Zukunft

Sollen Erneuerbare Energien auch in Zukunft weiter ausgebaut werden und verstärkt auch den Grundbedarf an Strom abdecken, braucht es Investitionen in intelligentere Netze: Die Stromnetze müssen so umgebaut werden, dass sie damit zurecht kommen, wenn große Mengen Strom dezentral eingespeist werden. Außerdem muss der Strom von Offshore-Windkraftanlagen aufgenommen und verteilt werden. Mittelfristig müssen Speicherkapazitäten für Strom entstehen. Zumindest für eine Übergangszeit werden hocheffiziente Kraftwerke benötigt, die ihre Leistung flexibel an Stromerzeugung und -bedarf anpassen können.

Erneuerbare Energien als Jobmotor

2008 verdienten bereits über 280.000 Menschen ihren Lebensunterhalt in der Branche der Erneuerbaren Energien – ein Zuwachs von über 332 Prozent im Vergleich zu 1998. Nach Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energie könnte sich die Zahl der Erwerbstätigen in der Branche bis 2020 auf 500.000 fast verdoppeln (mehr dazu beim Bundesumweltministerium).

In der Atombranche standen 2008 hingegen lediglich 30.000 Menschen in Lohn und Brot und damit 21 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Im Braun- und Steinkohlebergbau sieht es ähnlich dünn aus: 47.000 Beschäftigte waren 2008 zu verzeichnen – ein Rückgang von fast 60 Prozent. Mit der Aufkündigung des Atomausstiegs und dem Neubau von Kohlekraftwerken droht der Jobmotor Erneuerbare Energien ins Stocken zu geraten.

Tausende Jobs in der Erneuerbaren-Branche geährdet

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de

Jetzt die Weichen richtig stellen

Weder Kohle- noch Atomkraft gehören zu einem modernen Energiemix. Atomkraft birgt ein hohes Unfallrisiko, eine sichere Endlagerung des Jahrmillionen strahlenden Atommülls gibt es nicht und global ist eine Abgrenzung zur militärischen Nutzung nicht möglich (Argumente gegen Atomkraft). Kohlekraft ist die klimaschädlichste und ineffizienteste Form der Energieerzeugung, auch regional entsteht eine hohe Umweltbelastung mit Feinstäuben und Schwermetallen (5-Minuten-Info zur Kohlekraft).

Mit Erneuerbaren Energien können wir unsere Stromversorgung in Zukunft zu 100 Prozent abdecken, ohne das Klima aus dem Gleichgewicht zu bringen und die Risiken der Atomkraft in Kauf zu nehmen. Ob der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter fortgesetzt oder gar beschleunigt werden kann, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Bin zum Herbst will die Bundesregierung ein Energiekonzept vorstellen, das den Atomausstieg kippen könnte, kurz bevor er endlich zu greift: Sieben Altreaktoren müssen laut Plan in dieser Legislaturperiode vom Netz. Selbst auf der Klimakonferenz in Kopenhagen war sich Bundesumweltminister Röttgen nicht zu schade, neuen Kohlekraftwerken das Wort zu reden. Die Regierung, zu großen Teilen auch die SPD, stellt sich hinter die Pläne der Energiekonzerne, 20 neue Kohlekraftwerke zu bauen.

Atomkraft schadet Erneuerbaren

Doch ob die Parteien ihre Ankündigungen auch umsetzen, hängt davon ab, auf wie viel gesellschaftlichen Widerstand sie treffen und wie sich die öffentliche Meinung entwickelt. Jetzt braucht es eine breite gesellschaftliche Bewegung für einen konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien. Unterzeichnen Sie den Appell von Beschäftigten und Unternehmern aus der Branche der Erneuerbaren Energien! Sagen Sie Nein zum Ausstieg aus dem Atomausstieg und zum Bau neuer Kohlekraftwerke!

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